Sicher sind Euch schon die neuen Illustrationen aufgefallen, die manche Postings von Sozialhummel schmücken. Geschaffen hat sie die Malerin und Illustratorin Gabriele Merl. Wir haben sie gefragt, wie sie arbeitet:

Das Thema Ihrer Illustrationen für Sozialhummel ist ernst. Dennoch zaubern Ihre Bilder dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich zeichne seit vielen Jahren für verschiedene Arten von Medien textbezogene Illustrationen. Kinderbücher sind das Sahnehäubchen, Illustrationen für Seminarunterlagen die Herausforderung. Es ist oft nicht einfach, Texten mit komplizierten Hintergründen ein Gesicht zu geben. Das funktioniert gut, wenn Autorin oder Auftraggeberin und Illustratorin zusammenarbeiten. Vorgeschlagene Ideen kann ich dann besser umsetzen. Auch ernste Themen sollten eine Leichtigkeit haben und nicht traurig machen. Der Betrachter meiner Werke darf überlegen, staunen und vergleichen. Jedes Bild sollte einen kleinen Witz beinhalten, sei es nur ein abgerissener Knopf oder eine rot-weiß gestreifte Socke. Und auch ich möchte bei meiner Arbeit glücklich sein.

Dass Ihre Arbeit Sie glücklich macht, kann man spüren. Was sind denn die größten Herausforderungen, vor denen Sie stehen, wenn Sie das leere Blatt vor sich sehen?

Der Anfang ist immer am schwierigsten. Ich lese die Manuskripte oder Vorgaben und versetze mich gern in die Geschichten oder Situationen. Bei Kinderbüchern kämpfe und träume ich mit den Protagonisten. Wenn die Arbeit dann fertig ist, kann ich mich oft nicht von den kleinen Helden trennen.

Wie kommen Sie auf Ihre Ideen? Wo holen Sie sich Anregungen?

Wenn ich die Geschichten oder Themen kenne, schwirren die Bilder Tag und Nacht in meinem Kopf.

Welche Technik nutzen Sie?

Früher habe ich jede Figur auf Papier gezeichnet und dann eingescannt, jetzt arbeite ich mit einem WACOM Zeichentablett und modelliere die Illustrationen in Adobe Photoshop.

Sie machen abstrakte Kunst und illustrieren zum Beispiel Kinderbücher. Wie passt das zusammen?

Das ist ein guter Ausgleich. Ich habe zwei Standbeine. Die Leinwandmalerei, bei der ich meine surrealistischen Träume verwirklichen kann, die abstrakte Malerei, für die ich ab und an Aufträge erhalte und das zweite Standbein – die Illustration.

In Ihren Bildern tauchen immer wieder Tiere auf. Haben Sie selbst Tiere? Und: Was sind Ihre Herzenstiere und warum?

Ich liebe lebende Figuren auf meinen Leinwänden. Das Tier im Menschen – oder umgekehrt – besitzt Priorität. Selbst habe ich keine Tiere – leider!!!